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Destiny (12)

INTERVIEW

FeMind:
Paula, vor ungefähr einem Jahr wurde Ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Was passiert ist ging landesweit durch die Presse, ich fasse die völlig verrückten Vorkommnisse vom Februar 2021 noch einmal kurz zusammen: Sie waren unterwegs von Berlin nach Bayern, um eine Therapie zu beginnen. Auf die Gründe gehen wir gleich noch einmal genauer ein. Unterwegs haben Sie sich verfahren, hatten einen Autounfall, wurden dann von einer in der Gegend lebenden Frau mitgenommen und sagen wir, verarztet. Diese Frau, Ulla Meidl, war, wie Sie sagen, Ihre Rettung. Und damit meinen Sie nicht die medizinische Versorgung, sondern…?

Paula Gerz (lacht): Nein, damit meine ich nicht die medizinische Versorgung. Und es darf ganz klar gesagt werden, dass es sich bei Ulla Meidl um eine psychisch kranke Person handelt, die inzwischen entsprechend betreut wird. Trotzdem hat diese kuriose Begegnung mit ihr letztlich dazu geführt, dass ich endlich wieder ich selbst sein kann.

FeMind: Nach Ihrer Flucht aus Ulla Meidls Haus haben Sie öffentlich zugegeben, die Destiny-Buchreihe nicht selbst verfasst zu haben. Dieses Geständnis war Ihnen eigentlich vertraglich untersagt. Wie ist es überhaupt zu diesem Arrangement gekommen?

Paula Gerz: Ach, ich habe das damals als gar nicht so ungewöhnlich empfunden! Es war einfach ein sehr attraktiver Werbedeal. Meinen schon vor einigen Jahren nicht ganz unbekannten Namen und meine Reichweite zu benutzen, um eine Fantasy-Story zu promoten – why not? Dass ich dann auch gleich als Autorin ausgegeben wurde, war für mich ok. Wenn ich natürlich geahnt hätte, wie unglaublich erfolgreich die Sache werden würde, hätte ich mich anders entschieden. Vermeintlicher Erfolg und die damit einhergehende Bekanntheit können zu einer erdrückenden Bürde werden. Und mit dem Erfolg und der Bekanntheit wuchs auch das Gefühl, eine Betrügerin zu sein. Es wurde zu einem immer größeren Makel, der nach und nach alle Facetten meines Lebens bestimmt hat.

FeMind: Hatten Sie deshalb vor, sich in Therapie zu begeben?

Paula Gerz: Richtig. Ich hatte zum einen schon wieder eine gescheiterte Beziehung hinter mir. Zum anderen hatte ich gerade mehrere Panikatacken erlitten – und das immer, wenn wieder mal ein Fotoshooting, ein Interview oder ein Messeauftritt im Zusammenhang mit Destiny anstand. Ich konnte diesen Namen nicht mehr hören.

FeMind: Dann muss es ja eine echte Qual gewesen sein, durch Ulla Meidl tagelang mit nichts anderem konfrontiert gewesen zu sein?

Paula Gerz: Zunächst tatsächlich ja. Im Nachhinein war es aber eben auch die Gelegenheit, sich endlich von Destiny zu befreien. Die „Fortsetzung“, die Ulla von mir verlangt hat zu schreiben, war natürlich völliger Mist. Ich habe den Text neulich von meiner Therapeutin vorgelegt bekommen und wir haben ihn zusammen gelesen. Ich konnte sehr herzlich darüber lachen!

FeMind: Inzwischen haben Sie nun wirklich ein Buch geschrieben, das letzte Woche veröffentlicht wurde. Herzlichen Glückwunsch! Es verknüpft ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit gewitzter Kritik an Influencertum, neu gedachten feministischen Ansätzen und ermutigenden Karrieretips. Kann man hiermit sagen, Paula Gerz hat zu ihrer alten Stärke zurück gefunden?

Paula Gerz: Danke! Und nein – ich würde eher sagen, ich habe die Gelegenheit bekommen, mich komplett neu zu erfinden.

FeMind: Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

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[Title: "Paula Gerz, how are you today?"]

INTERVIEW

FeMind: Paula, about a year ago your life was turned completely upside down. What happened went nationwide through the press, I summarize the completely crazy events of February 2021 again briefly: You were on your way from Berlin to Bavaria to start therapy. We will go into the reasons in more detail in a moment. On the way, you got lost, had a car accident, and were then picked up by a woman living in the area who, let's say, treated you. This woman, Ulla Meidl, was, as you say, your salvation. And by that you don't mean the medical care, but...?



Paula Gerz (laughs): No, I don't mean medical care. And it may be said quite clearly that Ulla Meidl is a mentally ill person who is now being cared for accordingly. Nevertheless, this curious encounter with her ultimately led to my finally being able to be myself again.



FeMind: After your escape from Ulla Meidl's house, you publicly admitted that you had not written the Destiny book series yourself. This confession was actually contractually forbidden to you. How did this arrangement come about in the first place?



Paula Gerz: Oh, I didn't think it was that unusual at the time! It was simply a very attractive advertising deal. To use my name, which was not entirely unknown a few years ago, and my outreach to promote a fantasy story - why not? The fact that they also passed me off as the author was okay with me. Of course, if I had known how incredibly successful it would become, I would have decided differently. Supposed success and the fame that comes with it can become a crushing burden. And as the success and notoriety grew, so did the feeling of being a fraud. It became a bigger and bigger stigma that gradually defined all facets of my life. 



FeMind: Was that why you planned to go into therapy?



Paula Gerz: That's right. For one thing, I already had another failed relationship behind me. On the other hand, I had just suffered several panic attacks - and that was always the case when a photo shoot, an interview or a trade fair appearance in connection with Destiny was on the agenda. I could hardly bear to hear that name anymore.

FeMind: Then it must have been a real torture to be confronted by Ulla Meidl for days with nothing else? 



Paula Gerz: At first, yes, indeed. But in retrospect it was also the opportunity to finally free myself from Destiny. The "sequel" that Ulla asked me to write was, of course, complete crap. I got the text from my therapist the other day and we read it together. I laughed very heartily about it!



FeMind: In the meantime you have now really written a book, which was published last week. Congratulations! It combines your own experiences and lessons learned with shrewd critiques on influencers, rethought feminist approaches, and encouraging career tips. Can we say that Paula Gerz is "back again"?

Paula Gerz: Thank you! And no - I would rather say I have been given the opportunity to completely reinvent myself.



FeMind: We wish you all the best!



Destiny (12)

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